Balis Kultur: Erfahrungsbericht „Nyepi Day“ – Tag der Stille – Teil 1

Eintauchen in das ECHTE Bali

Ich kann mich nicht daran erinnern, während meines zweimonatigen Aufenthaltes auf der indonesischen Insel Bali, ein einziges Mal einen `typischen Touri-Ausflug` mitgemacht zu haben. Schon innerhalb der ersten Eingewöhnungstage auf Bali, habe ich so viele Menschen kennen gelernt, viele Tipps und eigene Erfahrungen machen dürfen, dass es garnicht nötig war an eines der tausenden Touristen-Info-Stände` halt zu machen. Außerdem ist es mir persönlich auch mehr als einfach gefallen, Kontakt zu Einheimischen aufzubauen und dementsprechend auch mal hier und da zu einigen Touren und Veranstaltungen mitgenommen zu werden. Vielmehr war es schwierig keine neuen Kontakte zu knüpfen und sich beim Abendessen im restaurant alleine an einen Tisch zu setzen. Die Balinesen und auch die Community auf Bali allgemein (Touristen, Auswanderer & darunter auch viele spirituell Suchende) ist meiner Erfahrung nach sehr gesellschaftlich, hilfsbereit und kontaktfreudig.

 

Ogoh Ogoh: Vernichtung negativer Energien

Während meiner vorherigen Reiseplanung war ich mir ehrlich gesagt garnicht dessen bewusst, dass mein Aufenthalt auf Bali mitten im indonesischen Neujahrsfest liegt. `Nyepi` (englisch: silent day) wird in ganz Indonesien einmal jährlich zum Frühling gefeiert. Eingeleitet wird der `Tag der Stille` an Neumond (dementsprechend jedes Jahr zu einem anderen Tag) mit den Ogoh Ogoh Paraden.

Die Ogoh Ogoh Paraden beginnen meist einen Tag zuvor am späten Nachmittag oder Abend. Zu meinem Aufenthalt 2019 waren die Paraden für 17:00 Uhr geplant, da es jedoch sehr stark geregnet hat hat sich alles sehr in die späte Nacht hinein verschoben. Bei den Ogoh Ogoh Paraden gestaltet jede Stadt durch spendengelder ihre eigenen Monstergestalten. Diese sind oft mehrere Meter groß, aus leichtem Material gebaut und bunt bemalt. Mich hat das Festival und insbesondere die Paraden ein bisschen an Karnevall in Deutschland erinnert. Nur cooler und mit einem viel tiefgreifenderen Hintergrund. Die bösen Kreaturen sollen alle bösen Energien in uns und um uns herum vertreiben. Es wird gesungen, laut gelacht, getanzt, gebrüllt, viel viel geräuchert und einfach herzlich gefeiert. Außerdem wird gleichzeitig aus den Paraden ein kleiner Wettbewerb zelebriet. Da jede Stadt ihre eigene böse Kreatur gestaltet, gibt es einen Gewinner am Ende der Paraden: die beste und gruseligste Kultur. Ich fande es super niedlich, dass es auch einige Kinderparaden gab und Mini-Kreaturen von Schulen herumgetragen wurden. Die Kreaturen werden auf Bambusstäben von einigen bunt bemalten Männern durch die gesamte Stadt getragen. Die Frauen sind dabei alle super hübsch zurecht gemacht, laufen nebenher und singen, räuchern und tanzen. Am Ende der Paraden werden die Kreaturen samt der negativen Energien verbrannt und der `Nyepi-Day`wird dadurch eingeleitet.

 

Balis Neujahrsfest `Nyepi`

24 Stunden darf das Haus nicht verlassen werden (Überwachung durch die Tempel Polizei, die einziegn die an diesem Tag arbeiten). Wenn man trotzdem auf die öffentlichen Straßen geht, gibt es wirklich juristische Probleme. Es sollte nicht gearbeitet werden, für mich auch an diesem tag schwierig da es sowieso keine Internet verbindung gibt. Es gibt kein Strom, es fliegen keine Flüge, keine Taxen fahren und GANZ INDONESIEN ist dunkel, ruhig und einfach NATUR pur.